Zielbild festlegen: Welche Verbrauchsprofile liegen im Einfamilienhaus vor, und welche Komfortziele gibt es nach einer Renovierung? Erfassen Sie Stromverbrauch, geplante Wärmepumpe oder Wallbox sowie typische Reisezeiten, in denen das Haus leer steht. Leiten Sie daraus ab, ob Eigenverbrauch, Autarkie oder Lastspitzenreduktion im Fokus stehen.
Bestandsaufnahme am Gebäude durchführen: Prüfen Sie Dachfläche, Ausrichtung, Verschattung und Zustand der Unterkonstruktion. Parallel dazu die Gebäudehülle aufnehmen, insbesondere Fensterqualität, Dichtheit und vorhandene Dämmung. Dokumentieren Sie die Elektroinstallation (Zählerschrank, freie Plätze, Leitungswege) für die spätere Auslegung.
PV-Varianten vergleichen: Stellen Sie Modultypen, Belegungskonzepte und Wechselrichteroptionen gegenüber und notieren Sie jeweils Vor- und Nachteile für Ihr Dach. Prüfen Sie, ob Leistungsoptimierer oder Teilbelegungen sinnvoll sind, wenn Verschattung oder unterschiedliche Dachflächen vorliegen. Planen Sie die Erweiterbarkeit mit, falls später Speicher oder zusätzliche Verbraucher kommen.
Speicherbedarf strukturiert bewerten: Ermitteln Sie anhand von Lastprofilen, wie viel Energie typischerweise abends und nachts benötigt wird. Vergleichen Sie Speichergrößen, Entladetiefe, Wirkungsgrad, Garantiebestimmungen und Notstrom- bzw. Ersatzstromfunktionen. Klären Sie zudem den Aufstellort, Brandschutzanforderungen und Geräuschentwicklung.
Fenster und Dämmung priorisieren: Bewerten Sie, ob zuerst die Gebäudehülle verbessert werden sollte, um Heiz- und Kühlbedarf zu senken, bevor Anlagentechnik dimensioniert wird. Vergleichen Sie U-Werte, g-Werte, Lüftungskonzepte und mögliche Kondensationsrisiken bei neuen Fenstern. Achten Sie auf den Wohnkomfort: Zugluft, Schallschutz und sommerlicher Wärmeschutz beeinflussen die Gesamtplanung.
Förderoptionen und Nachweise abgleichen: Prüfen Sie, welche Programme auf Bundes-, Landes- oder Kommunalebene für PV, Speicher, Fenstertausch oder Dämmmaßnahmen relevant sind. Erstellen Sie eine Liste der Voraussetzungen, Fristen, einzureichenden Nachweise und Kombinationsregeln. Planen Sie die Reihenfolge so, dass Anträge und Beauftragungen förderkonform erfolgen.
Verträge und Bauablauf rechtssicher aufsetzen: Lassen Sie Angebote auf Leistungsumfang, Schnittstellen (Elektrik/Dach/Innenausbau), Abnahme- und Zahlungsplan sowie Gewährleistungsregelungen prüfen. Im Bauvertragsrecht sind klare Leistungsbeschreibungen, Terminpläne und Regelungen zu Nachträgen besonders wichtig. Für Privatkunden ist eine verständliche Vertragsprüfung hilfreich, um Risiken bei Teilabnahmen und Mängelrügen zu reduzieren.
Qualitätssicherung als Prozess organisieren: Legen Sie Prüfpunkte fest, z. B. Dachabdichtung nach Montage, Dokumentation der Stringpläne, Messprotokolle und Einweisung in Monitoring und Sicherheitsabschaltungen. Planen Sie eine abgestimmte Renovierungsplanung, damit Fensterarbeiten, Dämmung und PV-Installation sich nicht behindern. Halten Sie Änderungen schriftlich fest und sichern Sie Fotodokumentation für die Projektakte.
Betrieb, Monitoring und Alltagstauglichkeit prüfen: Definieren Sie Kennzahlen wie Eigenverbrauchsquote, Netzbezug, Einspeisung und Systemverfügbarkeit, und richten Sie ein Monitoring mit Rollenrechten ein. Klären Sie Wartungsintervalle, Ansprechpartner bei Störungen und das Vorgehen bei Gewitter- oder Abschaltmeldungen. Berücksichtigen Sie, wie das System in Reisezeiten arbeitet, inklusive Verbrauchsmanagement und Alarmierung.
